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Schach-Lexikon

ChessUnderground

Thema: Grundlagen der Bauernendspiele

Die Grundregeln des Bauernendspiels:

1. Die Opposition

Abbildung 1, Opposition
Die Könige stehen in Opposition zueinander, wenn alle Eckfelder des Rechtecks, das durch die Felder, auf denen die Könige stehen, begrenzt wird, die gleiche Farbe haben. Der König, der nicht am Zug ist, besitzt die Opposition.
Wenn man sich mit einem König gegen Bauer und König verteidigen muß und die Opposition halten kann, ist die Partie remis. Auch in anderen Endspieltypen ist die Oppositon wichtig, siehe z.B. auch König und Turm gegen König etc. Hier ist dann meist aber die Nahopposition gemeint, beide König sind nur durch ein Feld getrennt.
In Abbildung 1 haben die Eckfelder c8, e8, e4 und c4 jeweils die Farbe Weiß, die Könige stehen also in Opposition zueinander.

2. Das Nehmen von blockierten Bauern:

Bei blockierten Bauern gewinnt die Seite, deren König als erster den gegnerischen Bauern von hinten angreift.

3. Die Regel vom Quadrat:

Abbildung 2, Quadratregel
Ein König hält den gegnerischen Bauern allein auf, wenn er sich im Quadrat des Bauern aufhält. Als Quadrat des Bauern wird das Quadrat bezeichnet, das durch die Diagonale vom Bauernfeld zur Umwandlungsreihe gebildet wird. In Abbildung 2 ist der weiße König innerhalb des Quadrats des schwarzen Bauern, der schwarze König jedoch nicht im Quadrat des weißen Bauern.

4. Der Turmbauer:

Der Turmbauer ist wenig wert, da es mit ihm zwei zusätzliche Remisstellungen gibt:

  1. Beispielstellung: Kh6, Bh2 - Kg8
  2. Beispielstellung: Kh3, Bh2 - Kf3

Nach diesem Schema aufgebaute Stellungen sind remis.
Mit anderen Worten, wenn der Gegner das Umwandlungsfeld erreichen kann endet die Partie immer remis. Teilweise auch dann, wenn er das Umwandlungsfeld nicht erreichen kann.

5. Das Abzählverfahren:

In Gedanken zählt man die Züge beider Seiten getrennt ab. Bei gleicher Anzahl von Zügen ist der gleiche Spieler wie zu Beginn am Zuge.

6. Der entfernte Freibauer gewinnt:

Abbildung 2, entfernter Freibauer
Besitzen beide Seiten einen Freibauer (ein Bauer, der durch keinen anderen Bauern mehr aufzuhalten ist, Beispielstellung: Weiß: Ke3, Bc2 und f4, Schwarz: Ke6, Bc5; Bf4 ist ein Freibauer) und sind noch weitere Bauern auf dem Feld, so gewinnt die Seite, deren Bauer weiter von der restlichen Bauernstellung entfernt ist. Da dieser durchzulaufen droht, muß der gegnerische König sich um ihn kümmern. In der Zwischenzeit werden aber dessen Bauern abgeräumt. In Abbildung 3 liegt der Vorteil bei Weiß der Bauer auf a3 ist weiter entfernt als der Bauer c6 von Schwarz.

Speziell für Endspiele König und Bauer gegen König:

7. Lautlos zur siebenten (zweiten) Reihe:

Erreicht der Bauer in einem Endspiel Bauer und König gegen König die siebente (oder zweite) Reihe ohne Schachgebot (also lautlos), so gewinnt der Bauer. Erreicht er diese Reihe mit einem Schachgebot, so endet die Partie remis.

8. Der König erreicht zuerst die sechste (dritte) Reihe:

Erreicht der angreifende König, in einem Endspiel Bauer und König gegen König, zuerst die sechste (dritte bei Schwarz) Reihe, so gewinnt er. Der verteidigende König ist nun nicht mehr in der Lage das Umwandlungsfeld zu halten. Also gilt: Den König immer vor dem Bauern halten.

9. Die wirksamen oder "kritischen" Felder:

Abbildung 2, kritische Felder
Wenn sich ein Bauer in der gegnerischen Hälfte befindet, gewinnt man immer, wenn sich der König auf einem der Nachbarfelder des Bauern vor ihm befindet. Wenn sich der Bauer in der eigenen Hälfte befindet, gewinnt man immer, wenn sich der König auf einem der Nachbarfelder des Bauern vor ihm, aber mindestens durch ein Feld getrennt, befindet. Diese Felder vor dem Bauern werden deshalb im Endspiel als die "wirksamen Felder" bezeichnet. In Abbildung 4 sind die kritischen Felder e6, f6 und g6.

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