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Schach-Lexikon

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Thema: König und zwei Läufer gegen König

1. Grundlagen

Das Endspiel König mit zwei Läufern gegen König ist ein weiteres der elementaren Endspiele, die man beherrschen sollte. Selbst aus ungünstigster Stellung ist bei bestem Spiel möglich in 22 Zügen Matt zu setzen.

Abbildung 1, Mattstellung

In Abbildung 1 ist eine mögliche Mattstellung zu sehen. Wenn man nur noch zwei Läufer hat und keine weiteren eigenen oder gegnerischen Figuren dem gegnerischen König im Weg stehen, so ist ein Matt nur auf einem Eckfeld möglich. Die beiden Läufer benötigen in jedem Fall auch die Hilfe des eigenen Königs, da der Gegner sonst wieder entkommen könnte.

Um das Matt zu erreichen, gibt es ein einfaches Schema:

  1. den König in die Ecke drängen
  2. den eigenen König einen Springerzug entfernt aufstellen
  3. mit beiden Läufern mattsetzen

Abbildung 2, Läuferschere

Zur Durchführung dieses Plans sollte folgendes beachtet werden:

  1. Die beiden Läufer bleiben zusammen, bis der König am Rand ist. Die beiden Läufer bilden dabei eine Schere, wie in Abbildung 2 dargestellt, die sogenannte Läuferschere.
  2. den König nachführen, damit er beide Läufer deckt
  3. der letzte Zug vor dem Matt ist immer ein Schachgebot

2. Ein Beispiel

Nun wollen wir uns an einem Beispiel einmal das genaue Vorgehen ansehen. Die in Abbildung 2 gezeigte Stellung soll uns als Ausgangspunkt unseres Beispiels dienen.

Weiß hat gerade, getreu dem oben angesprochenen Schema, 1. Ld4 gezogen und die beiden Läufer zusammengeführt. Für den schwarzen König besteht nun keine Möglichkeit mehr zu entkommen. Die beiden Läufer haben ihn nun in dem markierten Bereich eingesperrt. Es folgt weiter:

1. ... Kd6
2. Kf4

Der König deckt nun das weitere Vorrücken der Läufer ab.
2. ... Ke6
3. Le5
Abbildung 3, Läuferschere 2
Nun ist die Stellung aus Abbildung 3 entstanden. Auch hier ist der König wieder durch die Läuferschere eingesperrt. Im Gegensatz zur vorigen Abbildung hat der schwarze König nun wesentlich weniger Felder zur Verfügung. Nach dem bis jetzt angewendeten Verfahren, wird der König nun weiter eingeengt, bis ihm anschließend nur noch die Felder der Grundreihe bleiben.
3. ... Kd7
4. Kf5 Ke7
5. Lc6
Jetzt entfernt sich zwar der weißfeldrige Läufer etwas von dem anderen, aber Weiß nutzt die Chance, dem schwarzen König weitere Felder zu nehmen.
5. ... Kd8
Der König hätte zwar nicht sofort auf die Grundreihe zurückgemußt, aber bei den anderen möglichen Zügen wäre er auf h8 schneller mattgesetzt worden, da diese Ecke näher liegt (z.B. 5. ... Kf7 6. Lf6 Kf8 7. Kg6 Kg8 8. Le5 Kf8 9. Ld6+ Kg8 10. Ld5+ Kh8 11. Le5 matt).
6. Ld6 Kc8
7. Ke5
Der weiße König begibt sich nun, da sein schwarzes Pendant nur noch zwei Felder hat, zu dem oben angesprochenen Feld einen Springerzug von a8 (dem Mattfeld) entfernt.
7. ... Kd8
8. Kd5 Kc8
9. Kc5 Kd8
10. Kb6 Kc8
11. Le7
Nun wird der schwarze König auf das Mattfeld getrieben.
11. ... Kb8
12. Ld7 Ka8
Abbildung 4, Abwartezug
13. Le6
Hier muß nun ein Abwartezug folgen, da das sofortige Ld6 am Patt scheitert. Nicht vergessen der letzte Zug vor dem Matt muß immer ein Schachgebot sein (eben wegen dieser Pattfalle).
13. ... Kb8
14. Ld6+ Ka8
15. Ld5#
Abbildung 5, Matt

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