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Schach-Lexikon

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Thema: König mit Läufer und Springer gegen König

1. Grundlagen

Dieses Endspiel ist eines der schwereren elementaren Endspiele. Ein solches Endspiel wurde auch schon unter Meistern weitergespielt (z.B. Endrunde der deutschen Meisterschaft 1975), weil der Spieler hoffte der Gegner würde es trotz zwei Mehrfiguren nicht schaffen ihn mattzusetzen.
Mit dieser Figurenkonstellation gewinnt man, bei beiderseitigem besten Spiel, in spätestens 35 Zügen. Sehen wir uns zunächst einmal mögliche Mattsituationen (Diagramm 1) an. Es fällt auf, daß der König nur in der Ecke mattgesetzt werden kann, die die Felderfarbe des Läufers hat.

Abbildung 1, Mattstellungen

Damit ergibt sich folgender Plan:

  1. König an den Rand drängen
  2. König in die Ecke drängen, deren Eckfeld der Läufer beherrscht
  3. den eigenen König einen Springerzug entfernt vom Eckfeld aufstellen
  4. mit Springer und Läufer mattsetzen

Vieles davon erinnert an das Matt mit zwei Läufern, da der König jedoch in eine Ecke mit einer bestimmten Feldfarbe getrieben werden muß, ist dieses Matt etwas schwieriger.

Hinweise zur Durchführung :

  1. Der gegnerische König flüchtet zunächst in die "falsche" Ecke und muß von dort in die "richtige" Ecke getrieben werden.
  2. Der letzte Zug vor dem Matt ist immer ein Springerschach, zur Not wird ein Abwartezug eingefügt.
  3. Bei diesem Endpiel muß man auf die 50-Züge-Regel achten, wenn man den König einmal entwischen läßt, kann es schon zu spät sein. Also Vorsicht!

2. Durchführung anhand eines Beispieles

Wir wollen uns das ganze aber nun an einem praktischen Beispiel einmal ansehen. Die Ausgangsstellung findet sich in Diagramm 2.

Abbildung 2, Beispielstellung

Wichtig an dieser Ausgangssituation, der weiße König und der weiße Läufer befinden sich im Zentrum. Diese beiden Figuren werden die Hauptarbeit dabei leisten, den schwarzen König an den Rand zu drängen. Der Springer wird bei diesem Manöver nur eventuelle Löcher stopfen. Durch den Läufer wird das Brett quasi in vier Dreiecke zerschnitten (siehe Pfeile in Abbildung 2), in einem dieser Dreiecke wird der schwarze König nun eingesperrt. Anschließend wird dieses Dreieck immer weiter verkleinert, dabei drängt der weiße König seinen Gegenüber immer weiter zurück, während der weiße Läufer die längste Seite des Dreiecks (in der Mathematik auch Hypotenuse genannt) bildet.

1. Kd4 Kb4
2. Ld3 Kb3

Das Dreieck um den schwarzen König wird immer kleiner, er muß schon bedrohlich nahe an den Rand. (Abbildung 3)
Abbildung 3, König im Dreieck
3. Sc2 Kb2
4. Kc4 Kb1
5. Kc3 Ka2
6. Lc4+ Kb1
7. Lb3
Ein Abwartezug, jetzt muß der König nach c1, es bleibt kein anderes Feld.
7. ... Kc1
Nun ist der König am Rand gefangen, wenn auch in der sogenannten "falschen" Ecke. Jetzt muß er nur noch in die Ecke mit der Grundfarbe des Läufers getrieben werden, hier beginnt nun die zweite Phase (Abbildung 4).
Abbildung 4, zweite Phase
8. La2 Kd1
9. Sd4 Ke1
An dieser Stelle hat der schwarze König die Wahl zwischen der aktiven Verteidigung mit Ke1 und der passiven Verteidigung mit Kc1, welche folgendermaßen weitergeht (da vieles dieser Variante mit der aktiven Verteidigung übereinstimmt, sind die wichtigen Phasen dort kommentiert, hier nur die Züge) 9...Kc1 10.Se2+ Kd1 11.Kd3 Ke1 12.Ke3 Kd1 13.Lb3+ Ke1 14.Sf4 Kf1 15.Ld1 Ke1 16.Lf3 Kf1 17.Le2+ Kg1 18.Kf3 Kh2 19.Kf2 Kh1 20.Kg3 Kg1 21.Sh3+ Kh1 22.Lf3#
10. Kd3 Kf2
Der König startet einen Ausbruchsversuch aus seinem Gefängnis.
11. Se2 Kf3 Abbildung 5
Abbildung 5, Ausbruchsversuch
12. Le6
Jetzt sind dem König die Fluchfelder abgeschnitten, es bleibt ihm nicht anderes, als sich weiter in die Ecke drängen zu lassen.
12. ... Kf2
13. Ld5 Ke1
14. Ke3 Kd1
15. Lb3+ Ke1
16. Sf4 Kf1
17. Lc2 Ke1
18. Sg2+ Kf1
19. Kf3 Kg1
20. Ld3 Kh1
21. Kg3
Abbildung 6
Abbildung 6, W-Manöver
Jetzt ist der weiße König auf seinem Endfeld, einen Springerzug vom Feld auf dem das Matt erfolgt, erreicht. Wenn man den Weg des Springers in dieser zweiten Phase nachvollzieht, so sieht man, daß seine Züge den Buchstaben W ergeben (Auch wenn dieses in unserem Fall auf dem Kopf steht). Dieses W-Manöver (Sc2-d4-e2-f4-g2) des Springers ist typisch für dieses Endspiel.
21. ... Kg1
22. Sf4 Kh1
23. Le2
Ein Abwartezug, der Läufer muß noch das Feld f1 im Auge behalten.
23. ... Kg1
24. Sh3+
Das oben angesprochene Springerschach einen Zug vor dem Matt.
24. ... Kh1
25. Lf3#

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