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Schach-Lexikon

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Thema: Einstieg in die Spanische Eröffnung

Name der Eröffnung: Spanische Eröffnung
ECO-Code: C60
Art der Eröffnung: offen
Einleitende Züge: 1. e2 e4 2. Sf3 Sc6 3. Lb5

Ausgangsdiagramm:

Grundstellung Spanisch

Geschichte der Eröffnung:

Die Spanische Eröffnung verdankt ihren Namen der Tatsache, daß diese Eröffnung im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert am Hofe des spanischen Königs angewandt und untersucht wurde. Hier wurde 1575 das erste internationale Turnier am Hofe von Philipp II gespielt. Es handelte sich um einen Wettkampf zwischen spanischen und italienischen Schachspielern. Einer der Teilnehmer war der spanische Priester Ruy Lopez. Er war einer der ersten Schachspieler, der sich mit der theoretischen Ausarbeitung der Eröffnungen beschäftigte. Er analysierte auch diese Eröffnung, die damals sehr populär war, um seine Verdienste für diese Eröffnung zu würdigen trägt die Spanische Eröffnung im englischen Sprachraum die Bezeichnung "Ruy Lopez". Die spanische Eröffnung ist damit eine der ältesten bekannten Schacheröffnungen. Im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert wurde sie wenig gespielt, in dieser Zeit waren Gambiteröffnungen und andere offene Spiele beliebter. Aber seit Ende des neunzehnten Jahrhunderts wurde sie wieder populärer, da sich die strategische Auffassung geändert hatte. In diesem Jahrhundert wurde sie zu der beliebtesten weißen Waffe.

Ziele und Besonderheiten der Eröffnung:

Mit dem Zug Lb5 übt Weiß indirekten Druck auf den Punkt e5 aus, da die Deckung des Bauern unterminiert wird, der weiße Läufer droht immer gegen den schwarzen Springer abgetauscht zu werden. Dies verstärkt den Druck gegen die Zentrumsfelder e5 und d4. Den Läufertausch muß Schwarz nicht direkt fürchten, obwohl dadurch ein Doppelbauer entstehen würde. Dieser positionelle Nachteil würde durch den Vorteil des Läuferpaares, welches sich in den entstehenden offenen Stellungen besser Bewegen kann als die Springer. Weiß plant nun eine schnelle kurze Rochade und den Vorstoß des d-Bauern.
Der Anziehende ist nun bemüht den Druck im Zentrum zu erhöhen und Kontrolle über die Felder d5 und f5 zu erhalten. Die Erhöhung des Zentrumsdruckes erreicht man auch durch die Vermeidung von Vereinfachungen und die Aufhebung der Spannung. Er verbindet dies wenn möglich mit einem Kombinationsangriff auf dem Königsflügel.
Schwarz bemüht sich seine Figuren zu entwickeln und seinerseits Druck auf das Zentrum aufzubauen. Er bereitet einen Gegenangriff im Zentrum mit d6-d5 vor, und versucht bei einer Öffnung der d-Linie durch den Abtausch der Schwerfiguren ein positionelles Gleichgewicht zu erhalten. Wenn Weiß dies mit d4-d5 unterbindet versucht Schwarz durch einen Gegenangriff auf einem der Flügel zum Erfolg zu kommen.

mögliche Fortsetzungen:

Die Fortsetzungen gliedern sich in zwei Hauptgruppen:
  1. Abspiele mit 3. ... a6
  2. Abspiele ohne 3. ... a6
Die Abspiele ohne 3. ... a6 entstanden früher als die Abspiele mit. Zunächst versuchte man die schwarzen Probleme durch schnelle Entwicklung zu lösen, erst später nutzte man die Möglichkeit mit a6 den Läufer zu einer Erklärung zu zwingen und gleichzeitig einen Bauernvorstoß am Damenflügel vorzubereiten.
Wir werden in den weiteren Lektionen auf einige Abspiele eingehen. Aus dem beigefügten Eröffnungsreport sind einige statistische Angaben, sowie einige Namen von bekannten Großmeistern, die die Eröffnung anwenden, ersichtlich.
Die spanische Eröffnung ist aufgrund ihres Alters und ihrer Beliebtheit sehr weit erforscht, daraus folgt, daß sehr viele Fortsetzungen existieren, die teilweise eigenständige Namen tragen. Wir werden uns zunächst mit Fortsetzungen mit 3. ... a6 beschäftigen. Zunächst sieht dieser Zug so aus, als würde man den Bauern auf e5 verlieren, dem ist aber nicht so. Verfolgen wir folgende Variante:
  1. ... a6
  2. Lxc6 dxc6 normal tauscht man Bauern immer zum Zentrum hin, also sollte man normal bxc6 erwarten, doch dieser Zug hat einen besonderen Grund.
  3. Sxe5 Dd4 da mit dem d-Bauern geschlagen wurde kann nun die Dame den Bauern zurückgewinnen, da gleichzeitig Springer und Bauer angegriffen sind.
Dies war unsere erste kleine Variante, diese wird nach dem Abtausch des Läufers gegen den Springer auch "Abtauschvariante" genannt. Normalerweise nimmt Weiß nicht den Bauern auf e5 sondern versucht in der Abtauschvariante schnell zu rochieren und seine Figuren schnell zu entwickeln. Denkbar wäre folgender Verlauf:
  1. e4 e5
  2. Sf3 Sc6
  3. Lb5 a6
  4. Lxc6 dxc6
  5. 0-0 f6
  6. d4 Lg4
  7. c3 Ld6
  8. h3 Lh5
  9. Le3 Se7
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