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Schach-Lexikon

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Thema: Einstieg in das Damengambit

Name der Eröffnung: Damengambit
ECO-Code: D06-D69
Art der Eröffnung: geschlossen
Einleitende Züge: 1. d4 d5 2. c4

Ausgangsdiagramm:

Grundstellung Damengambit

Geschichte der Eröffnung:

Das Damengambit ist eigentlich kein richtiges Gambit. Der Bauern wird nicht wirklich geopfert, wenn Schwarz diesen Mehrbauern auf Biegen und Brechen verteidigen will, gerät er deutlich ins Hintertreffen.
Diese Eröffnung war bis zum Ende des neunzehnten Jahrhunderts wenig populär, bis dahin waren vor allem die offenen Spiele mit ihrem großen Kombinationsgehalt gefragt. Das Damengambit galt als trockene und farblose Eröffnung. Erst nachdem die Eröffnungsprinzipien modernisiert wurden, erkannten die Schachspieler auch den Wert der geschlossenen Eröffnungen. Nach dieser überarbeitung der Schachtheorie wurde das Damengambit zu einer der beliebtesten Eröffnungen, und galt lange Jahre als die ideale Eröffnung für Weiß. Die anderen Eröffnungen nach 1. d4 mit z.B. 1. ... Sf6 entstanden aus dem Wunsch dem Damengambit auszuweichen, das macht das Damengambit zur ältesten geschlossenen Eröffnung.

Ziele und Besonderheiten der Eröffnung:

Das Damengambit hat mit der Spanischen Eröffnung eines gemeinsam, die Variantenvielfalt. Unter dem Dach dieser Eröffnung sind viele verschiedene Varianten entstanden, viele davon sind eigentlich eigenständige Eröffnungssysteme, denen nur die ersten Züge gemeinsam sind. In den meisten dieser Systeme kämpfen beide Parteien ums Zentrum und Bemühen sich um eine große Manövrierfähigkeit und einen harmonischen Figurenaufbau. Große Aufmerksamkeit wird auch auf die Königssicherheit gelegt. Erst nach ruhigen Manövern zur Vorbereitung folgen die taktischen Geplänkel, häufig erst nach Abschluß der Eröffnung. Sehr scharfe taktische Auseinandersetzungen sind wie bei geschlossenen Spielen allgemein eher selten.
Betrachten wir uns nun den Aufbau etwas genauer. Der weiße Bauer auf c4 soll den schwarzen Zentrumsbauern auf d5 angreifen und abtauschen und so zu einer weißen Bauernmehrheit im Zentrum führen. Ein Verzicht von c4 nach den einleitenden Zügen, würde dem Schwarzen c5 mit leichtem Ausgleich ermöglichen. Nimmt Schwarz den Bauern auf c4 an, so erhält Weiß ein starkes Bauernzentrum, Schwarz hingegen bemüht sich um Figurendruck gegen das Zentrum.

mögliche Fortsetzungen:

Auch in dieser Eröffnung kann man wie bei der spanischen Eröffnung zwischen zwei Hauptgruppen unterscheiden:
  1. das angenommene Damengambit
  2. das abgelehnte Damengambit
Der Komplex des abgelehnten Damengambits ist sehr viel umfangreicher als der Teil des angenommenen Gambits. Wir wollen deshalb nun zunächst einen Blick auf die Annahme des Bauern werfen.

Das angenommene Damengambit (ECO: D20 - D29)

1.d4 d5
2.c4 dxc4

Schwarz nimmt den angebotenen Bauern und versucht so im Zentrum gleich klare Verhältnisse zu schaffen. Die spannungslose Situation ermöglicht ihm eine Entwicklung seiner Figuren auf ihre normalen Positionen.

A

(nach 1. d4 d5 2. c4 dxc4) (ECO: D20)
3.e4
3. e3 Sf6 4. Lxc4 e6 5. Sf3 c5 mit dem übergang zu Varianten nach 3. Sf3, siehe auch Variante C.
3.... e5
4.Sf3
4. dxe5 Dxd1 5. Kxd1, Weiß hat das Rochaderecht verloren und Schwarz hat keine Probleme.
4.... Lb4+
oder 4. ... exd4 5. Lxc4 Lb4+ 6. Sbd2 Sc6 7. 0-0 und Weiß hat leichte Vorteile, der Bauer d4 ist für Schwarz auf Dauer nicht haltbar.
5.Ld2 Lxd2
6.Sbxd2 exd4
7.Lxc4 Sc6
8.0-0

Beide Parteien versuchen sich weiter zu entwickeln, die Chancen sind ausgeglichen. Schwarz versucht Figurendruck gegen das Zentrum auszuüben.

B

(nach 1. d4 d5 2. c4 dxc4 3. e4) (ECO: D20)
3.... Sf6
4.e5
Weiß vertreibt den schwarzen Springer sogleich.
4.... Sd5
5.Lxc4 Sb6
6.Lb3
Der Läufer behält von hier aus den Punkt f7 im Blick.
6.... Sc6
7.Le3 Lf5
8.Sc3 e6
Schwarz beendet nun nach Le7 und 0-0 seine Entwicklung und erreicht eine ausgeglichene Stellung, nur sein Springer auf b6 und sein Läufer f5 wirken nicht ganz glücklich.

C

(nach 1. d4 d5 2. c4 dxc4) (ECO: D27-29)
Das am häufigsten anzutreffende System. Die sofortige Entwicklung des Springers nach f3 ist ein logischer Zug, er verhindert ein mögliches e5 von Schwarz.
3.Sf3 Sf6
4.e3
Möglich ist auch 4. Sc3. Weiß möchte nach e4 das Zentum ganz erobern und anschließend den Bauern auf c4 zurückgewinnen. Eine denkbare Fortsetzung wäre: 4. ... c6 5. a4 um b5 zu verhindern 5. ... Lf5 6. e3 und Schwarz bemüht sich bei gleichen Chancen seine Entwicklung zu beenden.
4.... e6
5.Lxc4 c5
gegen das Zentrum gerichtet.
6.0-0 a6
droht mit b5 die schwarze Stellung zu festigen.
7.a4
Weiß bemüht sich b5 zu verhindern.
7.... Sc6
8.De2 cxd4
9.Td1 Le7
10.exd4 0-0
11.Sc3 Sd5
da Weiß d5 drohte. Die Stellung ist in einem dynamischen Gleichgewicht, aber nicht ungefährlich.

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