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Schach-Lexikon

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Thema: Einstieg in die Italienische Eröffnung

Name der Eröffnung: Italienische Eröffnung
ECO-Code: C50-C54
Art der Eröffnung: offen
Einleitende Züge: 1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lc4 Lc5

Ausgangsdiagramm:

Grundstellung Italienisch

Geschichte der Eröffnung:

Die Bezeichnung Italienische Eröffnung geht auf die italienischen Meister des 17. bis 18. Jahrhunderts zurück, die diese analysierten. Zwei wichtige Namen die mit dieser Eröffnung verbunden sind, sind die von Joacchino Greco und Damiano. Greco veröffentlichte 1619 ein Schachbuch, in dem diese Eröffnung unter anderem betrachtet wurde. Damiano lebte bereits ein Jahrhundert früher und veröffentlichete 1512 in Rom sein Schachbuch.
Die Italienische Eröffnung war bis ins 19. Jahrhundert hinein äußerst populär. Aber auch heute noch ist sie selbst bei Großmeisterpartien durchaus gebräuchlich.

Ziele und Besonderheiten der Eröffnung:

Die beiden Läuferzüge zielen jeweils auf die schwachen Felder f2 und f7, darüberhinaus werden die Läufer auf zentrale Felder entwickelt. Schwarz ist hier häufig in der Versuchung, die weißen Züge einfach nachzuspielen. Dieses Unterfangen endet allerdings immer tödlich für Schwarz, spätestens nach dem ersten Schach. Deshalb liegt das Hauptaugenmerk von Schwarz in dieser Eröffnung auf der geschickten Verteidigung gegen die häufig folgenden weißen Königsangriffe. Gelingt ihm das gut, hat er durchaus Chancen die eigenen Drohungen gegen den weißen Königsflügel auszunutzen. Der schwarze Läufer auf c5 verhindert den Bauernvorstoß d2-d4 und Schwarz plant Sf6, nach diesem Zug kann Sg5 mit 0-0 beantwortet werden, und in weiterer Folge d6 und Lg4.

mögliche Fortsetzungen:

In dieser Eröffnung kann man drei Hauptfortsetzungen unterscheiden:
  1. der Möller-Angriff
  2. Giuocco pianissimo (das ruhige Spiel)
  3. das Evans-Gambit

Der Möller-Angriff (ECO: C54)

4.c3 Sf6
Weiß bereitet mit c3 den Vorstoß d4 im Zentrum vor und Schwarz startet mit Sf6 einen zweischneidigen Gegenangriff.
5.d4 exd4
Ein Fehler für Schwarz wäre 5. ... Lb6 wegen 6. dxe5, falls nun 6. ... Sxe4, so folgt 7 Dd5! Mit Mattdrohung und Gewinn des Springers.
6.cxd4 Lb4+
7.Sc3 Sxe4

Weiß opfert einen Bauern, möglich wäre auch 7. Ld2, allerdings auch weniger aktiv.
8.0-0 Lxc3
Weiß rochiert nun und Schwarz muß sich entscheiden wie er den Springer schlägt. Schlechter wäre 8. ... Sxc3, da folgen könnte: 9. bxc3 Lxc3 10. La3 und nun verbietet sich 10. ... Lxa1 wegen 11. Te1+ Se7 12. Txe7+ Dxe7 13. Lxe7 Kxe7 Schwarz mußte die Dame für ein paar Figuren hergeben und noch dazu steht der König auf dem Präsentierteller, bereit von Weiß unter Beschuß genommen zu werden.
9.d5 Lf6
nach 9. bxc3 folgt natürlich nicht 9. ...Sxc3, wegen 10. De1+! und Weiß räumt den Springer ab, sondern 9. ... d5 und Schwarz hat nach dem Läuferabzug einen Mehrbauern.
9. ... Lf6 soll den schwarzfeldrigen Läufer für Schwarz bewahren.
10.Te1 Se7
Mit 10. Te1 holt sich Weiß nicht nur die Leichtfigur wieder, sondern entwickelt auch noch den Turm.
11.Txe4 d6
Nach dem turbulenten Auftakt, muß sich Schwarz nun erstmal zuende entwickeln und vor allem rochieren, um den König möglichst schnell aus dem weißen Angriff herauszubringen. Weiß plant mit Lg5 einen wichtigen Verteidiger des schwarzen Lagers abzutauschen.

Giuocco pianissimo (das ruhige Spiel) (ECO: C50)

4.d3 Sf6
d3 öffnet den Weg für den schwarzfeldrigen Läufer c1.
5.Sc3 d6
Bislang bauen sich beide Seiten gleich auf, das Spiel entwickelt sich wirklich ruhig.
6.Lg5 h6
Mit 6. Lg5 leitet Weiß den sogenannten Canal-Angriff ein. Nach 6. 0-0 hätte Schwarz seinerseits die Chance zu Lg4.
6. ... h6 erzwingt vom Läufer eine Entscheidung, wenn der Läufer sich nach 7. Lh4 g5 auf das Feld g3 zurückdrängen ließe, hätte er viel gezogen, nur um von dort so gut wie nichts bewirken zu können. Das Manöver h6-g5 von Schwarz ist möglich, da noch nicht rochiert wurde. Aus diesem Grund tauscht Weiß nun ab.
7.Lxf6 Dxf6
Natürlich mit der Dame schlagen und sich keinen Doppelbauern andrehen lassen.
8.Sd5 Dd8
Weiß nutzt die Möglichkeit die Dame gleich mal wieder zurückzudrängen und den Springer im Zentrum zu postieren.
9.c3 a6
9. ... a6 macht Platz für den Läufer, wenn b4 folgen sollte.

Das Evans-Gambit (ECO: C51)

4.b4 Lxb4
Weiß opfert einen Bauern, um sich einen Entwicklungsvorteil mit seinen Figuren zu sichern.
5.c3 La5
Schwarz hat einige andere Möglichkeiten zu reagieren 5. ... Lc5 und 5. ... Le7.
6.d4 exd4
Weiß spielt seinen vorbereitetn Bauernzug und Schwarz greift zu.
7.0-0 d6
Weiß kann den Bauern natürlich nicht zurückschlagen und bringt deshalb den König in Sicherheit.
Auf 7. ... dxc3 folgt 8. Db3 Df6 9. Lg5 Dg6 10. Sxc3
8.cxd4 Lb6
Nun ist die "normale Stellung&qout; des Evans-Gambit entstanden. Diese Stellung kann auch in anderen Varianten entstehen.
9.Sc3 Lg4
10.Lb5

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