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Schach-Lexikon

ChessUnderground

Thema: Variantenberechnung

1. Grundüberlegungen

Um gute Schachzüge zu finden braucht ein Schachspieler der drei grundlegende Dinge:
  1. ein positionelles Gefühl
  2. die Fähigkeit Kombinationen zu sehen
  3. die Fähigkeit schnell und präzise Varianten durchrechnen zu können

Alle Punkte sind bei einem durchschnittlichen Schachspieler mehr oder weniger ausgeprägt. Eine Verbesserung des positionellen Gefühls erreicht man durch Erlernen der strategischen Prinzipien, die Erkennungsrate bei möglichen Kombinationen verbessert man durch Lösen von Kombinationsaufgaben.

In dieser Lektion soll es in erster Linie um den dritten Punkt gehen, die Variantenberechnung. Die Variantenberechnung ist von den genannten Punkten wohl im praktischen Spiel die wichtigste, da der beste Plan oder eine gute Idee für eine Kombination ohne eine genaue Berechnung der Folgen.

Der genaue Ablauf der Variantenberechnung im Gehirn ist bislang nicht bekannt. Um diese jedoch zu erleichtern, hat Kotow folgende Methode erdacht: man analysiert eine vorgegebene Brettstellung ohne die Figuren zu berühren und die gefundenen Varianten in Form eines Variantenbaumes graphisch darzustellen.

Wir wollen uns an dieses Vorgehen langsam herantasten, dies soll nach folgendem Schema geschehen:

  • nachvollziehen von einfachen bis etwas schwereren Mattkombinationen im Kopf mit anschließendem Ansagen des Mattzuges
  • Analysieren von Stellungen ohne die Figuren zu berühren, bei gleichzeitiger Niederschrift der gefundenen Varianten
  • Analysieren von Stellungen ohne die Figuren zu berühren, die Niederschrift der gefundenen Varianten nach Abschluß der Analyse

2. Nachvollziehen von Mattkombinationen im Kopf

Ausgehend von einer Diagrammstellung werden Züge angegeben, die im Kopf nachvollzogen werden sollen. Am Ende der angegebenen Züge fehlt nur noch ein Zug um Mattzusetzen, dieser soll jeweils angegeben werden. Durch diese übung sollen das Konzentrationsvermögen, das Vorstellungsvermögen und natürlich die Vorausberechnung geschult werden.

Wir wollen dies nun einmal an einem sehr einfachen Beispiel vorführen:
Aus der Grundstellung werden folgende Züge gespielt: 1. f3 e5 2. g4. Welcher Zug führt zum Matt?

In Ihrem Kopf müßte nun folgende Stellung entstanden sein:

Der Lösungszug lautet natürlich 2. ... Dh4#, das Narrenmatt. Die Lösung dieser Aufgabe sollte nicht schwergefallen sein, auf dem Aufgabenblatt A/G0015 sind weitere Aufgaben dieser Art angegeben, die nun gelöst werden sollten.

Aufgabenblatt A/G0015

3. Analysieren von Stellungen im Kopf

In diesem Kapitel soll eine vorgegebene Stellung analysiert werden. Im ersten Schritt sollen alle gefundenen Züge in einem Variantenbaum, nach untenstehendem Muster, notiert werden. Im Anschluß an die Berechnungen soll aus diesen gefundenen Varianten die beste ausgewählt werden. Im zweiten Schritt soll die Notation der Züge erst nach Abschluß der Berechnungen und Auswahl eines Zuges erfolgen.

Im weiteren Verlauf des Trainings sollte immer nach dem im zweiten Schritt angewendeten Verfahren, erst überlegen, dann alle Varianten notieren. Dieses Verfahren kommt dem praktischen Partieverlauf am nächsten. Je mehr Erfahrung man hat, desto leichter fällt einem die Variantenberechnung.

4. Noch ein paar Gedanken:

Bei der Berechnung der Varianten sollte man auf folgende Dinge achten:
  • man sollte nicht zu tiefe Varianten berechnen, je tiefer die Variante desto leichter können sich Fehler einschleichen
  • erst den gefährlichsten oder auffälligsten Zug prüfen, dann zu anderen Varianten übergehen
  • bei der Wahl zwischen gleichstarken Zügen sollte man den mit weniger Varianten nehmen, geringere Fehlerquote

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